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Articles

Bye Bye Double-Blind?

By: Nino  On: 2012-01-18 17:04  (185 Reads)

Die American Economic Association - unter Beschuss, da ihre wirtschaftswissenschaftlichen Koryphäen lukrative Beraterverträge mit der Wall Street haben und somit deren wissenschaftliche Unabhängigkeit in Frage gestellt wird - schafft das "Double Blind"-Verfahren ab.
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Beim Double-Blind Verfahren wissen offziell weder die AutorenInnen, wer ihre Artikel auf Veröffentlichungswürdigkeit hin begutachtet, noch die GutachterInnen, wer die AutorInnen sind. Die GutachterInnen beurteilen die wissenschaftliche Qualität einer Arbeit also ohne "Ansehen" der Person. Da sie den AutorInnen selbst auch nicht bekannt sind, können sie die Arbeit ohne Angst vor möglichen Repressionen bewerten. Beide Seiten sind also blind der anderen Seite gegenüber - eine "doppelblinde" Situation. So sollte es zumindest im Idealfall ablaufen.

Unter anderem im Film "Inside Job", den ich nur wärmstens empfehlen kann, wurde hochrangigen Wirtschaftswissenschaftlern vorgeworfen, kommerzielle Interessen und wissenschaftliche Analyse zu verquicken.
Ab jetzt soll offen gelegt werden, wer die fleißigen ArtikelschreiberInnen so alles bezahlt.

Auch das Journal "Political Analysis" wird nachziehen. Der Ko-Herausgeber sagt ""...in the age of Google, double blind has become a fiction."

Und weiter: "The journal did an experiment typing in the titles of 20 recently submitted papers and was able to correctly link almost all of them to authors, who post working papers, talks given at meetings or information about their research on various websites."

 
Weitere interessant Statements findet ihr hier: http://www.insidehighered.com/news/2011/05/31/american_economic_association_abandons_double_blind_journal_reviewing

 

Von der Feier der Freiheit

By: Nino  On: 2012-01-15 14:48  (102 Reads)
Politik

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Wenn wir von Freiheit sprechen, was meinen wir dann? Meistens, wenn das Wort Freiheit in den Mund genommen wird, so wird gemeint, dass einen Niemand davon abhält dieses oder jenes zu tun. Niemand hält einen von etwas ab. Wer ist aber ein Jemand? Ein Jemand ist stets eine Person, sei sie natürlicher (z.B. der Nachbar) oder künstlicher Art (z.B. die Siemens AG). Wenn uns aber etwas a-personales, z.B. unsere genetische Grundaustattung in Kombination mit den Naturgesetzen davon abhält etwas zu tun - z.B. ohne zusätzliche Hilfsmittel “einfach so” zu fliegen - so sprechen wir nicht verärgert davon, wir würden uns in unserer Freiheit eingeschränkt sehen. Ein solcher Schmollmund würde im besten Fall ein müdes Lächeln, wahrscheinlich Hohn, oder - schlimmmer noch - schweren Zweifel an unserer mentalen Verfasstheit provozieren.

Wie aber verhält es sich mit jenen angeblich beobachtbaren Regelmäßigkeiten des Lebens, die nicht Naturgesetze genannt werden, da sie ja den Menschen betreffen?

Jacobs University Bremen's Need-Blind Admission Policy Eroding

By: Nino  On: 2011-11-20 14:05  (325 Reads)

I just watched a video celebrating the bestowal of Jacobs University’s first honorary doctorate to astrophysicist Reimar Lüst. In the video Henning Scherf (mayor of Bremen, 1995-2005), cites Lüst as saying that he would only participate in establishing the international private research university if the students who apply were "solely judged by their qualifications and not by their parents' income. That was one of his conditions".

While I was studying at Jacobs University this principle seemed indeed to prevail.

These days I keep wondering what's happening to the US. There are stories that the Department of Homeland Security - initially "created in response to the September 11 attacks, and with the primary responsibilities of protecting the territory of the United States and protectorates from and responding to terrorist attacks, man-made accidents, and natural disasters." - participated in the eviction of "Occupy" protesters from federal property. Though they might be legally entitled to do so, such an action does have a "state of emergency" ring to it.

Perhaps even more worrying, a few days ago the US Congress House of Representatives opened hearings on the Stop Online Piracy Act (SOPA). According to Wikipedia "The bill would allow the U.S. Department of Justice (DOJ), as well as copyright holders, to seek court orders against websites accused of enabling or facilitating copyright infringement. Depending on who requests the court orders, the actions could include ... barring search engines from linking to such sites and requiring Internet service providers to block access to such sites."

In our digitized world, this raises the specter of dystopian visions such as portrayed in Nineteen Eighty-Four. If something is not on Facebook, you don't come across it. If something is not on Google, you won't find it even if you search for it. Even if you know where it should be - it's simply not there anymore.

One reason more for buying good old paperbacks. Amazon has already demonstrated its fair share of Nineteen Eighty-Four: In 2009 Amazon deleted digital versions of Nineteen Eighty-Four from its Kindle device due to copyright irregularities. What is the most impressive part of the Nineteen Eighty-Four movie version? To see how government censors erase all traces of news articles embarrassing to Big Brother..

Anyway, one last thing about the "censorship" act. The Electronic Frontier Foundation writes that

"a coalition of international civil society and human rights groups have penned a letter expressing their opposition to the bill. The letter ... states:

"...by institutionalizing the use of internet censorship tools to enforce domestic law in the United States creates a paradox that undermines its moral authority to criticize repressive regimes. We urge the United States to uphold its proclaimed responsibility as a leader in internet freedom and reject bills that will censor or fragment the web." "

Such developments make it even more imperative to support bottom-up social networks like Diaspora.

 




Griechisch-deutscher Aufruf für eine Vermögensabgabe

By: Nino  On: 2011-11-10 14:37  (174 Reads)

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Foto von Duncan

 
Die Grünen Europaparlaments-Abgeordneten Sven Giegold und Michail Tremopoulos haben einen griechisch-deutschen Aufruf für eine Vermögensabgabe initiiert.
Eigentlich hat mich der stete Ansturm von Petitionen und Aufrufen im Netz bereits so zermübt, dass ich kaum noch motiviert bin, irgendein derart geartetes Formular auszufüllen.
In Anbetracht der viel zu erfolgreichen Bemühungen, gerade in Deutschland, den Griechen alle Schuld für die Situation ihrer Staatsfinanzen persönlich anzulasten, finde ich eine solche gemeinsame Petition jedoch extrem reizvoll.
Link zur Petition

Mit der Finanzkrise sind die Großbanken ins Visier der Kritik geraten. Aber auch die fundierteste Kritik hilft wenig, wenn diese Banken von ihren Kritikern weiter als Kunden unterstützt werden.

In den USA wird die Kritik nun praktisch. "Move your Money" lautet das Motto.

Und mit Erfolg: Nach Schätzungen der Credit Union National Association (CUNA) haben alleine im Oktober 2011 650.000 US-Amerikaner ihre Konten bei herkömmlichen Banken gekündigt, um zu Kreditgenossenschaften zu wechseln.

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Was ist das besondere an Kreditgenossenschaften bzw. Genossenschaftsbanken?

Im Gegensatz zu Aktiengesellschaften funktionieren Genossenschaften nach einem demokratischen Prinzip: Bei Aktiengesellschaften bemessen sich die Stimmrechte in der Regel nach der Anzahl der Aktien, die jemand hält. Bei Genossenschaften verhält es sich grundlegend anders. Alle Genossenschaftsmitglieder haben jeweils eine Stimme, egal wie hoch ihre Einlage ist.

Diese demokratischere Struktur bewirkt häufig, dass Genossenschaftsbanken günstigere Konditionen für ihre Mitglieder bereithalten. Sie haben zum Beispiel weniger Anreize, sich mit anderen Banken zu Kartellen zusammen zu schließen (obwohl die fränzösische Crédit Mutuel, Besitzerin der Targobank, als ein Gegenbeispiel zu nennen wäre).

Genossenschaftsbanken unterliegen nicht dem Druck, möglichst hohe Dividenden auszuschütten oder den Aktienkurs nach oben zu treiben. Gleichzeitig können ihre Mitglieder relativ demokratisch auf das Geschäftsgebaren der Genossenschaftsbanken einwirken. Deshalb ist das Potential für eine sozial und ökologisch verantwortliche Unternehmenspolitik ungleich größer, als bei einer "normalen" Bank.

Der Erfolg von "Move your Money" in den USA erinnert mich daran, den Kontoeinrichtungsauftrag an die GLS-Bank mal wieder aus der Schublade zu holen..

Finanzmärkte - Demokratie 1:0

By: Nino  On: 2011-11-03 23:40  (190 Reads)
Politik

Noch am Dienstag (1.11.2011) hatte FAZ-Mitherausgeber Frank Schirrmacher die Entscheidung der griechischen Regierung über eine Volksabstimmung zum EU-“Rettungspaket“ und die damit verbundenen Sparmaßnahmen in einem flammenden Kommentar in Schutz genommen: „Papandreou tut nicht nur das Richtige, indem er das Volk in die Pflicht nimmt. Er zeigt auch Europa einen Weg“, hatte Schirrmacher geschrieben. Wenngleich die Wahl, in welcher die Griechen „in die Pflicht“ genommen werden sollten, eher eine zwischen Pest und Cholera war.

Nachdem die Regierungen Deutschlands und Frankreichs gedroht hatten, weitere finanzielle Unterstützung für Griechenland bis zum Ausgang des Referendums zurückzuhalten, und Griechenland somit binnen weniger Wochen der Zahlungsunfähigkeit ausgeliefert gewesen wäre, hat Papandreou seine Pläne für ein Referendum nun zurückgezogen. Die Befürchtung, die Wählerinnen und Wähler könnten sich gegen das EU-“Rettungspaket“ - welches letztendlich ein Rettungspaket für die Anleger ist – entscheiden, ließ die Kapitalmärkte sowie die politische Klasse Europas erbeben.

Warum meinte Schirrmacher, Papandreou würde mit seinem Referendum auch Europa einen Weg zeigen? „Denn in dieser neuen Lage müsste Europa alles tun, um die Griechen davon zu überzeugen, warum der Weg, den es zeigt, der richtige ist. Es müsste dann nämlich sich selbst davon überzeugen.“ Um Überzeugung scheint es aber längst nicht mehr zu gehen.

Nicht ganz zufällig hatte bereits Tim Worstall in Forbes gewitzelt, dass es wohl am einfachsten wäre, in Griechenland würde sich wieder das Militär an die Macht putschen. Militärdiktaturen dürften schließlich keine EU-Mitglieder sein, womit sich das Problem einfacher abwickeln ließe.

Darf denn aber eine Marktdiktatur Mitglied der EU sein? Oder ist etwa dies gerade eine Bedingung für die Mitgliedschaft? Das ohnehin schon bestehende demokratische Defizit der EU scheint in diesen Tagen wie durch einen Verstärker zu dröhnen.

In Zeiten der Krise werden häufig autoritäre Lösungen bemüht. Deshalb sollten wir diese aber noch lange nicht als „normal“ gelten lassen. Demokratie kann man nicht haben, so wie man ein Haus hat. Die Demokratie ist ein flüchtiges Wesen, und ehe man sich versieht, ist sie einem entwischt, der Mund schließt sich und die Fäuste ballen sich nur noch in den Hosentaschen.

In diesen Tagen ist es noch wichtiger als zuvor ohnehin schon, sich von jenem Nationalchauvinismus zu befreien, welcher die „fleißigen“ Deutschen den „faulen“ Griechen entgegenstellt. Statt dessen sollten wir uns solidarisch zeigen, wenn die Griechen auf ihren demokratischen Rechten beharren.


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